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QNAP für Einsteiger: Für wen lohnt sich das NAS mit den vielen Funktionen?

Von Manuel, 7 Minuten Lesezeit, veröffentlicht am 27. Oktober 2026

QNAP ist neben Synology der zweite große Name bei NAS-Geräten. In Ratgebern kommt QNAP oft etwas kurz, weil die Geräte als kompliziert gelten. Das stimmt nur zum Teil. Ich nutze selbst ein QNAP-NAS und erkläre hier, für wen es passt und für wen eher nicht.

Was QNAP ausmacht

Viel Hardware fürs Geld. QNAP verbaut oft mehr Anschlüsse und Erweiterungsmöglichkeiten als Synology: mehr Steckplätze für Arbeitsspeicher, M.2-SSDs, teilweise sogar einen Steckplatz für eine Erweiterungskarte und einen HDMI-Ausgang.

Sehr viele Funktionen. Das Betriebssystem QTS bringt einen großen App-Store mit. Von der Foto-App über Backup-Werkzeuge bis zu virtuellen Maschinen ist fast alles dabei.

Freie Festplattenwahl. QNAP hat nie einen Festplatten-Zwang eingeführt. WD Red Plus, Seagate IronWolf oder Toshiba N300 funktionieren problemlos.

Die Kehrseite: mehr Einarbeitung

Die Einrichtung selbst ist geführt: Das NAS wird über das Programm Qfinder Pro im Netzwerk gefunden, und ein Assistent führt durch die ersten Schritte. Danach merkt man aber, dass QTS eher für Fortgeschrittene gedacht ist. Es gibt viele Menüs und Einstellungen, und nicht alles ist auf Anhieb selbsterklärend.

Ein konkretes Modell: QNAP TS-264

Das TS-264 ist QNAPs beliebtes Zwei-Schacht-Modell. Es hat einen Intel-Celeron-N5095-Prozessor, 8 GB Arbeitsspeicher (aufrüstbar auf 16 GB), zwei 2,5-Gigabit-Anschlüsse, zwei M.2-Steckplätze und einen HDMI-Ausgang. Im Test von Techtest schafft es rund 280 MB/s über 2,5 Gigabit, auch mit Verschlüsselung.

Dafür ist es nicht billig: Techtest nennt einen Preis um 500 Euro, und beim Stromverbrauch liegt es über den sparsamsten Einsteigergeräten. Ohne Festplatten misst Techtest etwa 13 bis 14 Watt, jede Festplatte kommt hinzu.

QNAP TS-264

2 Schächte, viel Ausbau, für Technik-Interessierte, um 500 Euro.

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Auf der Computex 2026 hat QNAP mit dem TS-h265 bereits einen Nachfolger gezeigt. Wer nicht dringend kaufen muss, kann abwarten, wann er in Deutschland erhältlich ist und was er kostet.

Die Foto-App QuMagie

QuMagie ist QNAPs Gegenstück zu Google Fotos: mit Zeitleiste, Alben, automatischem Hochladen vom Handy und Bilderkennung. Die Suche nach Begriffen gilt als stark. Auf Geräten mit schwächerem Prozessor wie dem N5095 läuft die Erkennung allerdings langsam, und sie ist nicht so treffsicher wie bei Google. Mehr dazu in Google Fotos und iCloud ersetzen.

Sicherheit: bei QNAP besonders wichtig

QNAP-Geräte waren in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Erpressungs-Trojanern. 2022 traf die Schadsoftware „Deadbolt“ tausende Geräte, die direkt aus dem Internet erreichbar waren. QNAP hat seitdem nachgebessert, aber die wichtigste Regel bleibt: Das NAS gehört nicht direkt ins Internet.

Backup mit Hybrid Backup Sync

Für Sicherungen bringt QNAP die App Hybrid Backup Sync (HBS 3) mit. Damit sichert ihr das NAS auf eine externe USB-Festplatte, ein zweites NAS oder in einen Cloud-Speicher, auf Wunsch verschlüsselt. Wie das mit einer USB-Festplatte geht, steht in Externe Festplatte fürs NAS-Backup.

Für wen passt QNAP?

Gut geeignet, wenn:

  • ihr technisch interessiert seid oder jemand in der Familie gern tüftelt,
  • ihr viel Ausbau und Funktionen fürs Geld wollt,
  • ihr bereit seid, das NAS sorgfältig abzusichern.

Eher Synology, wenn:

  • ihr zum ersten Mal ein NAS einrichtet,
  • es einfach laufen soll, ohne viel nachzulesen.

Den direkten Vergleich der beiden anderen großen Hersteller findet ihr in UGREEN oder Synology.

Kurz zusammengefasst

  • QNAP bietet viel Hardware und sehr viele Funktionen, verlangt aber mehr Einarbeitung.
  • Festplatten sind frei wählbar.
  • QuMagie ist eine gute Foto-App, auf schwachen Geräten aber langsam.
  • Sicherheit ist bei QNAP besonders wichtig: nie direkt ins Internet.
  • Für Einsteiger ist Synology meist der leichtere Weg, für Tüftler ist QNAP eine starke Wahl.

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