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NAS für Einsteiger: Welches passt zu eurer Familie?

Von Manuel, 10 Minuten Lesezeit, veröffentlicht am 27. Oktober 2026

Ein NAS ist ein kleiner Computer mit Festplatten, der zuhause im Netzwerk steht und rund um die Uhr läuft. Alle Handys, Laptops und Rechner der Familie können darauf speichern. Das Kürzel steht für „Network Attached Storage“, also Speicher am Netzwerk.

Für Familien sind meistens drei Dinge interessant:

  • Fotos und Handy-Sicherung: Die Handys laden neue Fotos automatisch aufs NAS, statt in eine kostenpflichtige Cloud.
  • Backups der Rechner: Windows-PCs und Macs sichern sich regelmäßig aufs NAS.
  • Gemeinsame Ablage: Dokumente, Verträge, Zeugnisse, alles an einem Ort.

Dazu kommen Extras wie Filme abspielen oder Kameras aufzeichnen. Für den Kauf sind sie meist zweitrangig.

Die wichtigste Entscheidung: zwei oder vier Festplatten?

Für die allermeisten Familien reicht ein NAS mit zwei Schächten. Ihr setzt zwei gleich große Festplatten ein und lasst sie spiegeln (RAID 1). Fällt eine aus, ist nichts verloren. Nutzbar ist dabei die Größe einer Platte, also zum Beispiel 4 TB bei zwei 4-TB-Platten.

Ein NAS mit vier Schächten lohnt sich, wenn ihr sehr viel Video habt, große Mengen speichern wollt oder das Gerät viele Jahre mitwachsen soll. Es ist teurer, größer und etwas lauter.

Wie viel Platz ihr braucht, könnt ihr in meinem Speicherrechner ausrechnen.

Synology, UGREEN oder QNAP?

Für Familien kommen in Deutschland vor allem drei Hersteller infrage. Die Geräte unterscheiden sich weniger in der Technik als in der Software, also in dem, was ihr jeden Tag bedient.

Synology UGREEN QNAP
Stärke Ausgereifteste Software, gute Handy-Apps Viel Leistung fürs Geld Sehr viele Funktionen
Schwäche Teurer, Hardware eher schwach Software noch jung Oberfläche für Einsteiger unübersichtlicher
Passt zu Wer es einfach und bequem will Preisbewusste, die etwas ausprobieren Technisch Interessierte

Synology: am einfachsten zu bedienen

Synology gilt seit Jahren als Maßstab bei der Software. Die Einrichtung ist geführt, die Foto-App und die Handy-Apps sind ausgereift, und es gibt für fast alles eine Anleitung. Dafür zahlt ihr mehr, und die Hardware ist in der Preisklasse oft schwächer als bei der Konkurrenz.

Wichtig zu wissen: Synology hat 2025 bei den neuen Plus-Modellen zunächst nur eigene Festplatten zugelassen. Nach viel Kritik sind seit dem Update auf DSM 7.3 wieder normale Festplatten anderer Hersteller erlaubt. Für den Cache auf M.2-SSDs gelten weiterhin Einschränkungen, für Familien spielt das aber kaum eine Rolle.

Seit August 2026 gibt es außerdem die neo+-Reihe. Sie basiert auf der Plus-Technik, kommt aber mit einfacherem Arbeitsspeicher ohne Fehlerkorrektur (ECC) und soll so günstiger sein.

UGREEN: viel Hardware fürs Geld

UGREEN ist erst seit 2024 mit NAS-Geräten am Markt, hat aber schnell aufgeholt. Für den Preis bekommt ihr mehr Leistung, schnelleres Netzwerk und Steckplätze für SSDs. Die Software (UGOS Pro) ist übersichtlich, aber noch nicht so ausgereift wie bei Synology. Festplatten könnt ihr frei wählen.

QNAP: mächtig, aber anspruchsvoller

QNAP bietet sehr viele Funktionen und viel Hardware fürs Geld. Die Oberfläche ist allerdings umfangreicher und für Einsteiger weniger selbsterklärend. QNAP-Geräte waren in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Erpressungs-Trojanern, die sich NAS-Geräte gesucht haben, die direkt aus dem Internet erreichbar waren. Wer QNAP nutzt, sollte das NAS deshalb sorgfältig absichern, was ihr aber bei jedem Hersteller tun solltet.

Konkrete Beispiele mit Preisbereichen

Preise schwanken stark, deshalb nenne ich Bereiche (Stand Oktober 2026). Alle Geräte kommen ohne Festplatten, die kauft ihr dazu.

Günstiger Einstieg mit zwei Schächten: Das UGREEN NASync DXP2800 liegt meist zwischen etwa 280 und 350 Euro. Es hat einen Intel-N100-Prozessor, 2,5-Gigabit-Netzwerk und zusätzlich zwei Steckplätze für SSDs. Für Fotos, Backups und Dateiablage ist das mehr als genug.

UGREEN NASync DXP2800

2 Schächte, günstiger Einstieg, viel Leistung fürs Geld.

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Bequemer Einstieg mit zwei Schächten: Synology DiskStation DS225+, die Zwei-Schacht-Variante der aktuellen Plus-Serie. Weniger Hardware fürs Geld, dafür die einfachste Software.

Synology DiskStation DS225+

2 Schächte, einfachste Bedienung.

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Vier Schächte zum Mitwachsen: Die Synology DS425+ startete mit einer Preisempfehlung von gut 530 Euro. Die neue DS925neo+ mit stärkerem Ryzen-Prozessor und zwei 2,5-Gigabit-Anschlüssen liegt derzeit bei rund 680 Euro.

Welche Festplatten?

Nehmt Festplatten, die für den Dauerbetrieb im NAS gebaut sind, zum Beispiel WD Red Plus oder Seagate IronWolf. Eine 4-TB-Platte kostet etwa 115 bis 120 Euro. Für ein Zwei-Schacht-NAS braucht ihr zwei gleich große.

NAS-Festplatte, z. B. WD Red Plus oder Seagate IronWolf

Für den Dauerbetrieb gebaut, zwei gleich große pro NAS.

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Was kostet das insgesamt?

Ein typisches Familien-Setup mit zwei Schächten:

  • NAS: etwa 280 bis 400 Euro
  • Zwei 4-TB-Festplatten: etwa 230 bis 240 Euro
  • Externe Festplatte fürs Backup: je nach Größe zusätzlich

Damit liegt ihr bei etwa 500 bis 650 Euro, plus Strom. Dafür fallen keine monatlichen Cloud-Gebühren an. Ob sich das gegenüber einem Cloud-Abo rechnet, hängt von eurer Datenmenge ab.

Meine Empfehlung in einem Satz

Wer es einfach will, nimmt ein Synology mit zwei Schächten. Wer mehr Leistung fürs Geld möchte und gern etwas ausprobiert, nimmt ein UGREEN DXP2800. In beiden Fällen: zwei NAS-Festplatten spiegeln und von Anfang an eine externe Sicherung einplanen.

Kurz zusammengefasst

  • Für die meisten Familien reicht ein NAS mit zwei Schächten und zwei gespiegelten Festplatten.
  • Synology ist am einfachsten, UGREEN bietet am meisten Hardware fürs Geld, QNAP am meisten Funktionen.
  • Festplatten sind nicht dabei, nehmt NAS-Festplatten wie WD Red Plus oder Seagate IronWolf.
  • Rechnet mit etwa 500 bis 650 Euro für den Start.
  • Ein NAS ersetzt kein Backup, plant eine externe Sicherung mit ein.

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