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Grundlagen

RAID ist kein Backup: Wie ihr eure Fotos wirklich sichert

Von Manuel, 8 Minuten Lesezeit, veröffentlicht am 27. Oktober 2026

Wer sich ein NAS mit zwei Festplatten kauft, hört schnell: „Stell die Platten auf RAID 1, dann sind die Daten doppelt da und sicher.“ Der erste Teil stimmt. Der zweite leider nicht. RAID ist einer der häufigsten Gründe, warum Familien glauben, ihre Fotos seien gesichert, obwohl sie es nicht sind.

In diesem Artikel erkläre ich, was RAID tatsächlich tut, wovor es nicht schützt und wie eine einfache Sicherung aussieht, die auch ohne IT-Kenntnisse funktioniert.

Was RAID wirklich macht

Bei RAID 1 schreibt das NAS jede Datei gleichzeitig auf zwei Festplatten. Fällt eine Platte aus, läuft das NAS mit der anderen einfach weiter. Ihr tauscht die defekte Platte, das NAS kopiert alles wieder auf die neue, fertig. Synology nennt seine Variante SHR, das Prinzip ist bei zwei Platten dasselbe.

Das ist praktisch, denn Festplatten gehen irgendwann kaputt. Aber RAID hat genau eine Aufgabe: Das NAS soll weiterlaufen, wenn eine Platte stirbt. Es merkt sich nicht, wie eure Daten gestern aussahen. Alles, was auf der einen Platte passiert, passiert sofort auch auf der anderen. Auch das Schlechte.

Fünf Dinge, vor denen RAID nicht schützt

Versehentlich gelöscht. Das Kind räumt den Fotoordner auf, jemand überschreibt eine Datei mit einer älteren Version. Auf beiden Platten ist die Datei im selben Moment weg.

Erpressungs-Trojaner. Schadsoftware verschlüsselt alle Dateien, die sie erreichen kann, auch auf dem NAS. RAID spiegelt die verschlüsselten Dateien brav auf die zweite Platte.

Brand, Wasser, Diebstahl, Überspannung. Beide Platten stecken im selben Gehäuse im selben Regal. Was das NAS trifft, trifft beide.

Defektes NAS. Geht nicht die Platte, sondern das Netzteil oder die Hauptplatine kaputt, sind die Daten meist noch auf den Festplatten. Sie wieder lesbar zu machen, ist aber oft mühsam und klappt in der Regel nur mit einem gleichartigen Gerät.

Fehler beim Wiederaufbau. Wenn eine Platte ausfällt und die zweite beim Umkopieren ebenfalls Probleme bekommt, ist alles weg. Das ist selten, aber Platten aus derselben Lieferung altern oft ähnlich schnell.

Was passiert? RAID Snapshots Externe Festplatte Cloud-Backup
Eine Festplatte geht kaputt Ja Nein Ja Ja
Datei versehentlich gelöscht Nein Ja Ja Ja
Erpressungs-Trojaner Nein Teilweise Ja, wenn abgesteckt Ja, mit Versionen
Brand oder Diebstahl Nein Nein Nur außer Haus Ja
NAS selbst defekt Teilweise Nein Ja Ja

Snapshots sind übrigens ein unterschätztes Werkzeug. Viele NAS-Systeme können in regelmäßigen Abständen einen „Schnappschuss“ des Ordners anlegen. Damit holt ihr eine gelöschte Datei mit zwei Klicks zurück. Weil die Schnappschüsse aber auf demselben Gerät liegen, ersetzen auch sie kein Backup.

Die 3-2-1-Regel in einfachen Worten

IT-Abteilungen sichern Daten nach einer einfachen Regel, die auch zuhause funktioniert:

  • 3 Kopien eurer wichtigen Daten: das Original und zwei Sicherungen.
  • 2 verschiedene Speicherorte oder Geräte, zum Beispiel das NAS und eine externe Festplatte.
  • 1 Kopie außer Haus, damit ein Brand oder Einbruch nicht alles auf einmal trifft.

Wichtig: Das RAID im NAS zählt dabei als eine Kopie, nicht als zwei.

So sieht das für eine Familie konkret aus

Ihr müsst nicht alles auf einmal umsetzen. Schon der erste Schritt ist ein riesiger Fortschritt gegenüber „nur RAID“.

Einstieg: NAS und eine externe Festplatte

Eine USB-Festplatte am NAS, auf die eine Backup-App des NAS (bei QNAP Hybrid Backup Sync, bei Synology Hyper Backup) einmal pro Woche automatisch sichert, mit mehreren Versionen. Noch besser sind zwei Festplatten, die ihr abwechselnd nutzt: Eine hängt am NAS, die andere liegt bei den Großeltern oder im Büro. Beim nächsten Besuch wird getauscht.

Externe Festplatte für das NAS-Backup

Mindestens so groß wie der belegte Platz auf dem NAS, besser mit Reserve.

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Komfortabel: NAS und ein verschlüsseltes Cloud-Backup

Das NAS sichert nachts automatisch in einen Online-Speicher. Die Kopie außer Haus entsteht so ganz von selbst. Achtet auf zwei Dinge: Die Daten sollten schon auf dem NAS verschlüsselt werden, bevor sie hochgeladen werden, und der Anbieter sollte alte Versionen aufbewahren, damit ein Trojaner nicht auch die Sicherung überschreibt. Beispiele für solche Speicher sind Synology C2, die Hetzner Storage Box oder Backblaze B2.

Zusätzlich: Snapshots einschalten

Wenn euer NAS Snapshots unterstützt, schaltet sie für die wichtigsten Ordner ein, etwa täglich mit einer Aufbewahrung von einigen Wochen. Das kostet wenig Platz und rettet den Alltag, wenn mal wieder etwas versehentlich gelöscht wurde.

Der Schritt, den fast alle vergessen: wiederherstellen üben

Ein Backup, das nie getestet wurde, ist eine Hoffnung. Stellt nach dem Einrichten einmal einen Ordner aus der Sicherung wieder her, am besten an einen anderen Ort, und öffnet ein paar Fotos. Wiederholt das alle paar Monate. Dabei merkt ihr auch, ob die Sicherung überhaupt noch läuft.

Kurz zusammengefasst

  • RAID hält das NAS am Laufen, wenn eine Festplatte ausfällt. Es ist kein Backup.
  • Ein echtes Backup liegt auf einem anderen Gerät und am besten auch an einem anderen Ort.
  • Für den Anfang reicht eine externe Festplatte mit automatischem, wöchentlichem Backup.
  • Snapshots helfen gegen versehentliches Löschen.
  • Testet die Wiederherstellung, sonst wisst ihr nicht, ob die Sicherung funktioniert.

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