NAS einrichten: die erste Stunde Schritt für Schritt
Das NAS ist da, die Festplatten liegen daneben. Und jetzt? In dieser Anleitung gehen wir die erste Stunde gemeinsam durch. Die Menüs heißen bei Synology, QNAP und UGREEN etwas anders, die Schritte sind aber überall dieselben.
Vorher bereitlegen
- Das NAS und die Festplatten
- Ein Netzwerkkabel (liegt meist bei)
- Einen freien Anschluss am Router, z. B. an der Fritzbox
- Einen Rechner oder ein Handy im selben Netzwerk
- Euren Passwortmanager für die neuen Zugangsdaten
1. Festplatten einbauen
Schiebt die Festplatten in die Schächte. Bei den meisten Geräten geht das ohne Werkzeug, die Platten werden in Rahmen eingeklickt. Wenn ihr gleich spiegeln wollt, nehmt zwei gleich große Platten.
2. Anschließen und einschalten
Verbindet das NAS per Kabel mit dem Router und schließt das Netzteil an. Nach dem Einschalten braucht es ein, zwei Minuten, bis es im Netzwerk auftaucht.
3. NAS im Netzwerk finden
- Synology: Im Browser find.synology.com öffnen.
- QNAP: Das Programm Qfinder Pro auf dem Rechner installieren und starten.
- UGREEN: Die UGREEN-NAS-App auf dem Handy oder das Programm auf dem Rechner nutzen.
Das Werkzeug zeigt euer NAS an und startet den Einrichtungsassistenten.
4. Betriebssystem installieren
Der Assistent lädt die aktuelle Version des Betriebssystems herunter und installiert sie. Das dauert etwa zehn Minuten. Danach startet das NAS neu.
5. Administratorkonto anlegen
Gebt dem Konto einen eigenen Namen, nicht „admin“, und ein langes Passwort aus dem Passwortmanager. Angreifer probieren den Standardnamen immer zuerst aus.
6. Speicher anlegen
Der Assistent fragt, wie die Festplatten zusammenarbeiten sollen. Für zwei Platten wählt ihr RAID 1 (bei Synology SHR). Damit werden beide Platten gespiegelt, und eine darf ausfallen. Als Dateisystem nehmt ihr Btrfs bzw. bei QNAP einen Speicherpool mit Snapshot-Unterstützung, damit ihr später Snapshots nutzen könnt.
Das NAS prüft die Platten danach eine Weile im Hintergrund. Ihr könnt aber schon weitermachen.
7. Sicherheit einschalten
Jetzt, bevor irgendwelche Daten auf das NAS kommen:
- Zwei-Faktor-Anmeldung für das Administratorkonto aktivieren.
- Automatische Sicherheitsupdates einschalten.
- Fernzugriff über den Herstellerdienst (QuickConnect, myQNAPcloud, UGREENlink) erst einmal ausgeschaltet lassen. Wie ihr sicher von unterwegs zugreift, steht in Fritzbox-VPN einrichten.
Die vollständige Liste findet ihr in NAS absichern.
8. Feste Adresse im Router
Damit euer NAS immer unter derselben Adresse erreichbar ist, gebt ihm im Router eine feste IP-Adresse. In der Fritzbox geht das unter Heimnetz, Netzwerk: Beim NAS auf Bearbeiten klicken und „Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen“ aktivieren.
9. Konten für die Familie
Legt für jedes Familienmitglied ein eigenes Konto an, ohne Administratorrechte. Dann erstellt ihr freigegebene Ordner, zum Beispiel:
- Familie: für gemeinsame Fotos und Dokumente, alle dürfen lesen und schreiben
- Backup: für die Rechner-Backups, nur ein eigenes Backup-Konto darf schreiben
- Private Ordner legt das NAS für jedes Konto meist automatisch an
10. Foto-App und Handys
Installiert die Foto-App des Herstellers und richtet auf den Handys das automatische Hochladen ein. Die genaue Anleitung steht in Google Fotos und iCloud ersetzen.
11. Benachrichtigungen einrichten
Hinterlegt in den Einstellungen eine E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen. Dann meldet sich das NAS, wenn eine Festplatte Probleme macht oder ein Backup fehlschlägt. Das ist eine der wichtigsten Einstellungen überhaupt.
12. Das erste Backup
Zum Schluss richtet ihr eine Sicherung auf eine externe Festplatte ein, wie in Externe Festplatte fürs NAS-Backup beschrieben. Erst dann ist euer NAS wirklich fertig.
Die Checkliste
- Festplatten eingebaut, NAS angeschlossen und gefunden
- Betriebssystem installiert
- Eigenes Admin-Konto mit langem Passwort und Zwei-Faktor-Anmeldung
- RAID 1 bzw. SHR mit Btrfs angelegt
- Automatische Sicherheitsupdates an, Fernzugriff vorerst aus
- Feste IP-Adresse im Router
- Konten ohne Admin-Rechte für die Familie, freigegebene Ordner
- Foto-App eingerichtet
- E-Mail-Benachrichtigungen aktiv
- Erstes Backup auf externe Festplatte eingerichtet und getestet